Jean Blot, der Avatar von Alexandre Blok //

übersetzt aus dem Französischen von Sabine Mehnert

Jean Blot[1] (1923–2019) „ist in seinem Jahrhundert zu Hause und lebt selbst fast ein ganzes“[2] – er verkörpert die inzwischen verschwundene Figur des intellektuellen Schriftstellers, die im Zeichen eines bestimmten Kulturideals steht. Sein richtiger Name ist Alexandre Blok und er teilt ihn mit einem großen russischen Dichter (1880–1921) des sogenannten Silbernen Zeitalters des frühen 20. Jahrhunderts. Diese Homonymie beeinflusste ihn sein Leben lang. Auf der Suche nach seiner in den Schatten gestellten Identität wurde er zum Mittler einer als Totalitätserfahrung gelebten universellen Literatur.

 

Eine kosmopolitische Identität

Alexandre Blokh[3] wurde am 31. März 1923 in Moskau in eine jüdisch-russische Familie geboren. 1924, während der NEP, verließen seine Eltern die Sowjetunion. Der Junge verbrachte seine ersten Jahre in Frankreich, seinem Adoptivland, bevor er seine Schulbildung in England fortsetzte. Er wuchs mit den Träumen seines Vaters auf, der den 1921 verstorbenen symbolistischen Dichter verehrte, zu dessen Ehren er seinen Sohn Alexander nannte. Der Junge, der zwischen drei Sprachen und drei Ländern an der Kreuzung mehrerer Kulturen aufwächst, trägt einen Namen, den man als „überbestimmt“ bezeichnen könnte. Er schwankt zwischen einem Überschuss und einem Mangel an Identität, was sein Streben nach dem Universellen nährt: „Weder die Bedeutung des Wortes ‚russisch‘ noch die des Wortes ‚jüdisch‘ waren greifbar“;[4] „Wie konnte man ein russischer Jude sein?“[5]

Der junge Mann mit dem Nansen-Pass brauchte nicht lange, um das zu verstehen. Er wird von der nationalsozialistischen Besatzung eingeholt: Am 20. Juni 1941 entkommt er der Verhaftung und flieht in die Freie Zone. Sein Eintritt in den Widerstand erfolgt schrittweise. Er flüchtet in das Château du Marteray, wo Männer versteckt und falsche Papiere angefertigt werden.[6] Er legt einen Namen ab, der ihn in Lebensgefahr bringt, und nennt sich von nun an Jean Blot. Nach der Einführung des Pflichtarbeitsdienstes sto im Februar 1943 schließt er sich den Maquis de l‘Ain an. Er wird von der Gestapo verhaftet und kann erneut fliehen: Er erreicht den Col d‘Ambléon und verlässt ihn erst wieder im Sommer 1944. Er beteiligt sich an der Befreiung von Lyon als Leutnant der Französischen Streitkräfte des Innern (ffi). Um zu überleben, muss der Flüchtige handeln. Er schaut in auf ihn gerichtete Gewehrläufe, kann aber selbst „nicht aus nächster Nähe feuern“[7]. Eine „negative Auswahl“[8] verurteilt ihn, zur Zeit der Vernichtung der Juden Europas zu leben, nachdem seine Vorfahren den Pogromen des Ostens entkommen waren. Zwölf seiner Familienmitglieder werden nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Nach Kriegsende kann der junge Mann seine multiple Identität entfalten, er wird als dreisprachiger Dolmetscher für Englisch, Französisch und Russisch eingestellt, erst bei der UNO, dann bei der UNESCO, und in New York, Genf und Paris eingesetzt. Ab 1981 ist er Sekretär und Präsident des französischen Pen-Clubs. Im Kontext des Kalten Krieges bereist der internationale Beamte im Dienste von Frieden und Freiheit die Welt, von Griechenland bis Korea. Seine Aufgabe ist es, Programme für Bildung und kulturelle Zusammenarbeit zu fördern. So schmiedet er sich eine kosmopolitische Identität.

 

Der Mittler der russischen Literatur in Frankreich

Jean Blot hat eine Mission zu erfüllen: die große russische Kultur weiterzugeben, die sein Vater ihm vermittelt hat. Er wird in seiner Tätigkeit als Übersetzer und Kritiker ihr Mittler werden. Jean Blot ist wachsam. Er skizziert das Panorama der zeitgenössischen russischen Literatur in der Nouvelle Revue française[9] und den Poesie- und Theaterzeitschriften Obsidiane, Preuves und LArche. Er hat zahlreiche Artikel russischen Schriftstellern gewidmet, Auswanderern, Sowjets und Dissidenten, darunter Aksjonow, Joseph Brodsky, Platonow, Solschenizyn usw. Er beschäftigt sich mit ihrer Rezeption in Frankreich, wo das geistige Leben sehr polarisiert ist, und mit den Möglichkeiten, eine historische Erfahrung zu vermitteln, die der europäischen fremd ist.

Jean Blot ist auch Übersetzer. Er übersetzt die Dichter der russischen Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts: Mandelstam, Pasternak, Achmatowa, Zwetajewa – die Generation, deren ältester Vertreter Alexander Blok war. Er übersetzte aus Pflichtgefühl, um ihrem Genie gerecht zu werden[10] und seinem Vater zu Ehren. Die russische Sprache kennt er aus seiner frühen Kindheit, sie ist mit dem gesprochenen Wort und der Milch seiner Niania, seinem Kindermädchen, verbunden, während er mit dem Französischen eine Beziehung unterhält, die durch den Wunsch, Schriftsteller zu werden, sublimiert wird. Seine innigen Kenntnisse der Quell- und Zielsprache gehen mit einer perfekten Beherrschung der kulturellen Codes einher. Er betrachtet Poesie als „Gelehrtenarbeit im Dienste der stärksten aller Emotionen“[11]. Jean Blot übt die Kunst des Übersetzens mit Demut aus und legt großen Wert auf semantische Genauigkeit. Übersetzen heißt, „das Hörbare sichtbar werden zu lassen“, es bedeutet, aus der erlernten Kultur, die mit Anspielungen und Referenzen gesättigt ist, das ursprüngliche Klangpotential der Sprache zu extrahieren. Es bedeutet auch, das Paradox der „Einheit der Poesie“ und „die Quasi-Unmöglichkeit der Übersetzung“[12] zu akzeptieren. Eine universelle Poesie, deren Resonanz in der Schwebe bleibt, wenn sie Exil in einer Fremdsprache findet.

Aber Jean Blot schreibt lieber über russische Literatur. In seinem bahnbrechenden Aufsatz über Ossip Mandelstam[13] analysiert er, lange bevor dessen verbotenes Werk zugänglich war, die Kunst des akmeistischen Dichters, die subtile Architektur seiner Gedichte nach dem Vorbild einer Kathedrale, und erforscht seine Konzeption des „Wortes als solches“ in seiner konkreten Realität als „klangvolles und sprechendes Fleisch“. Erst am Ende seines Lebens widmete er Alexandre Blok ein Buch.[14] Die Studie entgleitet jedoch und wird zur Autobiographie, da der Autor sich nicht von seinem fremden Doppel distanzieren kann, sondern wie ein siamesischer Zwillingsbruder mit ihm verbunden ist.

Er bewunderte den Schriftsteller Iwan Gontscharow aus dem 19. Jahrhundert, dessen Held Oblomow, der liegende Mann, der den „Mann zuviel“ verkörpert, der seinen Platz in der Welt, in der er lebt, nicht findet. Jean Blot sinniert über die Symbolik der Figur,[15] die zwischen zwei unsichtbaren Welten schwebt, zwischen der Unvollständigkeit der Realität und der gebrochenen Transzendenz des Jenseits, zwischen Realismus und Romantik, zwei ästhetischen Strömungen, die sich in der Geschichte Russlands nicht voll entfaltet haben. Jean Blot hat dem amerikanischen Schriftsteller russischer Herkunft, Vladimir Nabokov, eine Studie gewidmet,[16] diesem „großen Geist“, dessen Wege er seit seiner Kindheit mehrmals gekreuzt hat und dessen Werk er genau kennt. Er liebt auch den klassischen französischen Roman des 20. Jahrhunderts, den von Marguerite Yourcenar[17] und Albert Cohen,[18] dessen Privatsekretär er in der Schweiz war. Er schätzt die extravagante Sprache der zwei großen Stylisten, ihren distanzierten Blick auf die Welt, die Offenbarung der Schönheit im alchemistischen Thema in Die schwarze Flamme oder die mitreißende Verliebtheit in Die Schöne des Herrn.

Es tun sich Wahlverwandtschaften auf zwischen den französischen und den russischen Schriftstellern, die er frequentiert. Mandelstam und Yourcenar teilen vielleicht das Geheimnis der „lebendigen Rose“, eines Nominalismus, der die Idee und direkte Erfahrung, die Präzision und Harmonie der Sprache umfasst. Nabokov und Cohen sind Brüder aufgrund ihres kosmopolitischen Geistes, ihrer sinnlichen und wortreichen Formulierungen. Die „Freundschaftsporträts“ spiegeln die bewundernde Beziehung wider, die Jean Blot zu Albert Camus hatte, der sein Mentor war, sowie zu Eugène Ionesco, Roger Caillois, Nathalie Sarraute und vielen anderen.[19] Er ist ein kontaktfreudiger Mensch, der Schriftsteller in einer globalisierten kosmopolitischen Gemeinschaft vernetzt.

Jean Blot glaubte an die Existenz einer universellen Literatur. In Russland wurde diese zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als die Nationalliteratur erfunden wurde, als Synthese zwischen ausländischen, alten und westlichen Einflüssen und dem Substrat der russischen mündlichen Überlieferungen erdacht. Sie entwickelte sich im Laufe des Jahrhunderts von Alexander Puschkin bis Alexander Blok. Sie geht über den Rahmen der wissenschaftlichen Kultur hinaus und kehrt zu ihren populären Ursprüngen zurück. Eine lebendige und vertraute Kultur, die Jean Blot aufgrund dessen, was er einen späten Gehorsam gegenüber seinem Vater nennt, niemals aufgeben wird, deren Existenz ihm so unentbehrlich ist wie die Luft zum Atmen. Eine bereits existierende Kultur,[20] das heißt eine kognitive Veranlagung, auf die jeder Mensch zugreifen kann, ein im Körper eingravierter Sprachcode. Diese Chimäre wird durch seine Definition der Poesie deutlich:

Transkulturell und transhistorisch, spricht die Poesie von dem Teil der Seele, der sowohl vor der Kultur als auch vor der Geschichte liegt, auch wenn er offensichtlich über den Umweg der Kultur und innerhalb der Geschichte geformt wird und sich dort manifestiert. Sie entstammt dieser psychischen Region, die im Menschen vor dem Individuum und der Persönlichkeit liegt. Und sie richtet sich auch ausschließlich an diese Region.[21]

 

Die Berufung zum Schriftsteller

Jean Blots Berufung war es, Schriftsteller zu werden. Das Schreiben spielte eine kompensatorische Rolle bei seiner Identitätssuche. Aber wie kann er sich von dem Wesen distanzieren, das ihn verfolgt durch „den Namen, den ich trage und den er auch trägt“?[22] Alexander Blok, ein Genie in den Fußstapfen Puschkins, der eine lyrische Persönlichkeit im Einklang mit dem Zeitgeist verkörpert. „Ein Name, der an Vertrauensbruch grenzt“,[23] wird Jean Paulhan sagen. Wie entkommt man diesem „Doppelgänger, den man nicht findet, wenn man sich umdreht, aber der einem folgt, diesem Schatten, der verschwindet, aber zurückkehrt, seine Größe, seine Form ändert und doch immer der deinige bleibt, unveräußerlich, unvergänglich (da er es ist, der dich ersetzen wird).“[24] „Ein seltsames Band verbindet mich mit dem Dichter und zwingt ihn, sich an meine Fersen zu heften.“[25] Warum ist Alexander Blok Jean Blot auf der Fährte? Es kann gut sein, dass der Wunsch zu schreiben Zeichen von etwas anderem ist: von einer geheimen Anweisung, die ihm von dem Dichter erteilt wurde und ihn auffordert, seine Mission als Mittler der Kulturen zu erfüllen.

Jean Blot hat im Roman eine literarische Form gefunden, die dieser universellen Kultur gerecht werden kann, da es sich um ein Genre der ständigen Erneuerung handelt, das die zeitgenössische Welt ergreift und sich die Erfahrung der Moderne zu eigen macht. Jean Blot schrieb über dreißig Romane, die vielleicht nur ein einziger sind: der Roman seines Lebens, den er schrieb und umschrieb, ohne ihn jemals fertigstellen zu können. Seine Berufung zum Schriftsteller ist die Geschichte einer Flucht nach vorn, die Entscheidung für den Roman ist ein Vorwand.

Jean Blot träumt von einem Bildungsroman, dem Roman einer Selbstfindung. In seinen Archiven enthüllt eine Reihe handschriftlicher Manuskripte die Entstehung seiner Berufung:[26] Skizzen und Fragmente von Gedichten und Prosa in französischer und englischer Sprache, aus Notizbüchern gerissene Seiten, die während seiner Reisen geschrieben wurden, erste Aufsätze aus der Feder eines jungen Mannes, der einen Weltkrieg überlebt hat. „Herr, mach dass ich mir mindestens einmal selbst erscheine“, schreibt er mit fiebriger Hand. Auf der Suche nach seiner unvollendeten Existenz möchte er Zeuge seiner eigenen Offenbarung sein.

Jean Blot träumt von einem transformistischen Roman, „einer Form, die es ihm ermöglichen würde, eine innere Kohärenz zu entdecken“[27]. Dieses Adjektiv beschreibt Lamarcks Theorie zur Artentransformation im Gegensatz zur darwinistischen Evolutionstheorie. Mandelstam verwendet es, um die Entstehung des Unerwarteten in seiner Poesie zu beschreiben. „Im Universum ist die Pflanze ein Ereignis, ein gezielt geschossener Pfeil und nicht das Produkt einer langweiligen, barbarischen Entwicklung.“[28]

Der Transformismus reagiert durch die Etablierung von Diskontinuität in der Natur auf das von Schklowski geschaffene Konzept der Ostranenie: das Vertrautgewordene zu verfremden, die Welt als fremd oder in ihrer Fremdheit zu sehen und zu zeigen: ein Ereignis wie ein gezielt geschossener Pfeil[29].

Jean Blot träumt von einem kosmopolitischen Roman, im antiken Sinne des Wortes ist er ein Weltbürger. „Kosmopolitismus impliziert, dass man tief zu einer einzigen Kultur gehört und durch geduldige Arbeit diese Kultur an einen Punkt der Universalität bringt, an dem sie andere treffen kann […].“[30] Wie Mandelstam stellt er sich eine Gesellschaft mehrsprachiger Dichter vor:

Peut-être qu’en cet instant même

Un Japonais en turc me traduit

Et pénètre jusqu’au plus secret de mon âme[31]… 

 

Und vielleicht schon in dieser Minute

Überträgt mich ins türkische Wort

Ein junger Japaner, der gute –

Begriff meine Seele sofort.[32]

Er möchte alle Menschen kennenlernen und ihrer aller Leben durch die Form des Romans erleben. Der Roman ist ein Ort des Umlaufs und der Begegnung.

Jean Blot träumt von einem mehrdimensionalen Roman, einer räumlichen und zeitlichen Erweiterung seiner selbst, einer unendlichen Perspektive. Er stellt sich einer Herausforderung: die romantische Form, die im Verschwinden inbegriffen war, vom neunzehnten ins einundzwanzigste Jahrhundert weiterzugeben, während das Genre seinen Werdegang im zwanzigsten Jahrhundert mit dem Nouveau Roman beendet hatte. Er wendet sich ab von der Moderne, um die postmoderne Sackgasse zu umgehen, aber er wendet sich nicht von seiner Zeit ab: „Kann man seine Zeit ablehnen, wenn sie doch die einzige ist, die einem gewährt wird?“[33]

Jean Blot wählt den Roman, weil er nicht vergisst, dass der Roman bei Puschkin zuerst ein Gedicht war und dass er mit Pasternak wieder zum Gedicht werden wird. Ein Bild verfolgt ihn: die Stadt Sankt Petersburg, die unverhältnismäßigen Schatten der untergehenden Sonne auf dem Newski-Prospekt, diese Schatten, die Wesen und Objekte spalten und ihr irdisches Leben in eine parallele Existenz projizieren. Er läuft durch die Stadt des Zaren, in die er immer wieder zurückkehrt.

À Pétersbourg nous nous retrouverons

Comme si nous avions enterré le soleil.

 

Petersburg: Es wird uns neu zusammenführen

Als hätten wir die Sonne dort verscharrt

Diese zwei Zeilen von Mandelstam[34] geben den Rhythmus seines Werkes und seiner Tage an. Es ist die Sonne der russischen Poesie, der andere Name der beiden Alexander, Puschkin und Blok, das Symbol einer Kultur, die ihren Höhepunkt erreicht hat, verschwindet und dann wieder aufersteht, das Versprechen einer Wiedergeburt.

Jean Blot, dieser Mann, der nicht als er selbst geboren wurde, trug zeitlebens eine intrinsische Andersartigkeit in sich. Alexandre Bloks Avatar machte eine Erfahrung der reinen Poesie. Er führt den Dichter, dessen Namen er trägt, an andere Orte und in andere Zeiten. Er ist der Erbe seines Schattens, dem einer Kultur des 19. Jahrhunderts, die von jüdisch-christlicher Mystik durchdrungen ist. Im 20. Jahrhundert bestand seine Aufgabe darin, diese zu schützen und weiterzugeben. Sein Name ist Jean, ein Name, den er nicht mag, der aber zu ihm passt, weil er die „zusammengerollten Manuskripte und die Trompete des Erzengels“ in der Hand hält.[35] Er durchschreitet drei Jahrhunderte auf einem silbernen Pferd. Im 21. Jahrhundert wird er auf dem Mond wandeln.


Literatur

À voix nue, Radiosendung von Philippe Garbit auf France-Culture, ausgestrahlt vom 20. bis 25. Februar 2012. https://www.franceculture.fr/emissions/voix-nue/jean-blot.

Jean Blot, Ivan Gontcharov ou le réalisme impossible, Lausanne, L’Âge d’homme, coll. Slavica, 1986.

  • Alexandre Blok. Le poète de la perspective Nevski, Monaco, Éditions du Rocher, 2007
  • Tout l’été, Paris, Albin Michel, 1985.
  • Les Cosmopolites, Paris, Gallimard, 1976.
  • Ossip Mandelstam, Paris, Seghers, coll. Poètes d’aujourd’hui, 1972,
  • Nabokov, Paris, Seuil, coll. Écrivains de toujours, 1995.
  • Marguerite Yourcenar, Paris, Seghers, 1980.
  • Albert Cohen, Paris, Balland, 1986 et Albert Cohen ou Solal dans le siècle, Paris, Albin Michel, 1995.
  • En amitié. Portraits, Paris, La Bibliothèque, coll. Les Cosmopolites, 2015.

Ossip Mandelstam, Das Gesamtwerk in 10 Bänden, übersetzt von Ralph Dutli, S. Fischer, 2016.

Jean-Yves Masson, „Hugo von Hofmannsthal, du renoncement à la métamorphose“. In: Revue des deux mondes (Januar 2007), S. 48.


[1]Das Archiv Jean Blot (Kennung blt), das 2006 dem Archiv des Institut Mémoires de l‘édition contemporaine (IMEC) übergeben und durch mehrere aufeinanderfolgende Zugänge ergänzt wurde, umfasst 101 Archivkartons und 80 gedruckte Werke. Es besteht aus handschriftlichen und maschinengeschriebenen Manuskripten und korrigierten Fahnen der Arbeit des Autors: Belletristik, Essays, Rezensionen, Artikel, aber auch Materialien zu Ereignissen im russischen Literaturleben in Frankreich und einer reichhaltigen Fachkorrespondenz.

[2]Jean Blot, Ivan Gontcharov ou le réalisme impossible, Lausanne, L’Âge d’homme, coll. Slavica, 1986.

[3]„Der Name Blok jüdischer Herkunft ist in ganz Europa verbreitet. Es gibt verschiedene Schreibweisen aus Gründen der Transkription, Rechtschreibung und des Geschmacks, die Variationen reichen vom Blok des Dichters und dem Blokh, das ich geerbt habe über Bloc bis Block und Bloch.“ Jean Blot, Alexandre Blok. Le poète de la perspective Nevski, Monaco, Éditions du Rocher, 2007, S. 14. [A.d.Ü: Diese und alle weitere Übersetzungen von Zitaten sind, soweit nicht anders angegeben, von S. Mehnert.]

[4]Jean Blot, Tout l’été, Paris, Albin Michel, 1985, S. 12.

[5]Jean Blot, Les Cosmopolites, Paris, Gallimard, 1976, S. 7. Das ist die Frage, die seinen Roman eröffnet.

[6]Diese Zeit seines Lebens wird im Roman Tout l’été erzählt (siehe Fußnote 4).

[7]À voix nue, Radiosendung von Philippe Garbit auf France-Culture, ausgestrahlt vom 20. bis 25. Februar 2012. https://www.franceculture.fr/emissions/voix-nue/jean-blot-15.

[8] Der Autor verwendet diesen Ausdruck auf den ersten Seiten seines Buches Alexandre Blok. Le poète de la perspective Nevski, op. cit. S. 15: „[…] es kam vor, dass ich gefragt wurde, ob ich mit dem Dichter verwandt sei und in welchem Verwandtschaftsverhältnis. Ich habe vergessen, was ich damals antwortete, aber ich erinnere mich, dass ich von den ersten Fragen der Erwachsenen an das Gefühl hatte, das Objekt einer negativen Auswahl zu sein und an einer Missbildung zu leiden, die mir ein schmerzliches Prestige verlieh. Der Krieg brachte ernstere Sorgen mit sich. Da der Name Blokh Abschiebung und Tod versprach, gelang es mir, meine Identität zu ändern…“.

[9]191 Chroniken von Jean Blot wurden zwischen 1968 und 1992 in der nrf veröffentlicht.

[10]Der Karton 56 enthält Entwürfe seiner Übersetzungen. Es handelt sich um handschriftliche Manuskripte, Reinschriften und Maschinenabschriften mit einigen Korrekturen.

[11]Jean Blot, Ossip Mandelstam, Paris, Seghers, coll. Poètes d’aujourd’hui, 1972, S. 103.

[12]Ibid., S. 24.

[13]Ibid.

[14]Jean Blot, Alexandre Blok. Le poète de la perspective Nevski, op. cit., 2007.

[15]Jean Blot, Ivan Gontcharov ou le réalisme impossible, op. cit.

[16]Jean Blot, Nabokov, Paris, Seuil, coll. Écrivains de toujours, 1995.

[17]Jean Blot, Marguerite Yourcenar, Paris, Seghers, 1980.

[18]Jean Blot, Albert Cohen, Paris, Balland, 1986 et Albert Cohen ou Solal dans le siècle, Paris, Albin Michel, 1995.

[19]Jean Blot, En amitié. Portraits, Paris, La Bibliothèque, coll. Les Cosmopolites, 2015.

[20]„Die Intuition des bereits existierenden Textes“ beleuchtet den Prozess des Verfassens eines Gedichts als „die intensive Suche, die Jagd, die Erfassung und die Darstellung einer bereits existierenden harmonischen und bedeutenden Einheit, übersetzt von wer weiß woher und von wem, die sich Stück für Stück in Worten verkörpert“. Siehe Jean Blot, Ossip Mandelstam , op.cit., S. 21.

[21]Ibid., S. 9.

[22]Jean Blot, Alexandre Blok. Le poète de la perspective Nevski, op. cit., S. 18.

[23]Ibid., S. 16.

[24]Ibid., S. 10.

[25]Ibid., S. 11.

[26]Box 56, Ordner Seoul.

[27]Siehe Jean Blot, Ossip Mandelstam , op.cit., S. 64.

[28]Ibid., S. 77.

[29]Ibid., S. 77.

[30] Jean-Yves Masson, „Hugo von Hofmannsthal, du renoncement à la métamorphose“. In: Revue des deux mondes (Januar 2007), S. 48.

[31] Gedicht von Mandelstam, geschrieben im November 1933, übersetzt von Jean Blot. Karton 56, handschriftliche und maschinengeschriebene Manuskripte.

[32] Ossip Mandelstam, Das Gesamtwerk in 10 Bänden, übersetzt von Ralph Dutli, S. Fischer, 2016.

[33]Siehe Jean Blot, Ossip Mandelstam, op. cit., S. 48.

[34] Dieses Gedicht von 1920 ist eines der wichtigsten in Mandelstams Werk und in der Geschichte der russischen Poesie. Deutsche Version: Ossip Mandelstam, Das Gesamtwerk, op. cit.

[35]Siehe Jean Blot, Ossip Mandelstam , op.cit., S. 63.